CWF 2009 eröffnet: Kreativwirtschaft ist wichtiger neuer Wachstumsmotor in Baden-Württemberg

01.12.09

„Baden-Württemberg hat sich zum Spitzenstandort für Kreativität und Technologie entwickelt. Der Südwesten spielt in der Liga innovativer Regionen auf den vordersten Plätzen mit – auch im weltweiten Vergleich. Diese Spitzenposition können wir beim Creativity World Forum unter Beweis stellen und uns global vernetzen.“ Dies sagten der Schirmherr der Veranstaltung, Ministerpräsident Günther H. Oettinger, und Wirtschaftsminister Ernst Pfister anlässlich der Eröffnung des Creativity World Forums 2009 in Ludwigsburg.
 
„Die Kreativwirtschaft wird zunehmend zu einem zentralen Jobmotor in Baden-Württemberg. Sie hat im Südwesten in den vergangenen Jahren zu den traditionellen Industriebranchen aufgeschlossen“, betonten Ministerpräsident Oettinger und Wirtschaftsminister Pfister mit Blick auf neue Zahlen des Statistischen Landesamts zur Entwicklung der Kreativ- und Kulturwirtschaft in Baden-Württemberg.
 
Südwest-Kreativwirtschaft hat 2008 bereits fast 20 Milliarden Euro erwirtschaftet

 
Die aktuellen und erstmals öffentlich präsentierten Zahlen verdeutlichten die weiter wachsende Bedeutung der Kreativwirtschaft für den Gesamtstandort, sagte Wirtschaftsminister Pfister. Die diesem Segment angehörenden Branchen hätten längst einen beträchtlichen Anteil am Gesamtumsatz der baden-württembergischen Wirtschaft. So erwirtschafteten die Beschäftigten im Bereich der Kreativ- und Kulturwirtschaft im Jahr 2008 fast 20 Milliarden Euro Umsatz, was einem Anteil von 2,7 Prozent an der baden-württembergischen Gesamtwirtschaft entspreche. Erarbeitet worden sei dieser Umsatz von 155.000 Beschäftigten – 3,7 Prozent der Erwerbstätigen im Land. Zur Kultur- und Kreativwirtschaft gehörten in Baden-Württemberg 28.000 Selbständige und Unternehmen, das seien 6,6 Prozent.
 
Beschäftigungswachstum doppelt so stark wie in der Gesamtwirtschaft
 
Im jährlichen Durchschnitt sei die Beschäftigung in der Kultur- und Kreativwirtschaft Baden-Württembergs seit 2000 mehr als doppelt so stark gewachsen wie in der Gesamtwirtschaft, erklärte Pfister. Insgesamt sei die Zahl der in der Kultur- und Kreativwirtschaft Beschäftigten nach Angaben des Statistischen Landesamts zwischen 2000 und 2008 schätzungsweise um 17.000 gestiegen (Statistisches Landesamt 2009). Besonders dynamisch habe sich in den vergangenen Jahren der Bereich Software und Games entwickelt, erklärte Pfister. „Die Kreativwirtschaft in Baden-Württemberg hat den Wandel durch Digitalisierung und Globalisierung frühzeitig erkannt und gestaltet ihn aktiv mit.“ Dies werde durch die Tatsache belegt, dass im Land an den Schnittstellen zwischen Hightech und Kreativität besonders viel Innovation und Beschäftigung entstehe.
 
Baden-württembergische Softwarebranche weit überdurchschnittlich
 
Beim Wandel hin zu konvergenten, digitalen und globalen Strukturen sei der Südwesten somit weiter als andere Regionen. Ein weiteres Indiz dafür: Fast jeder zweite Beschäftigte in der Kreativwirtschaft arbeite in der sich besonders dynamisch entwickelnden Softwarebranche. „Der Anteil der Software-Industrie liegt in Baden-Württemberg um Längen über dem Bundesdurchschnitt, was unterstreicht, wie innovativ unsere Wirtschaft schon heute strukturiert ist“, sagte Klaus Haasis, Geschäftsführer der Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg, die das Creativity World Forum gemeinsam mit dem Wirtschaftsministerium ausrichtet. Dem Anteil dieser Branche an der Kreativwirtschaft von 44 Prozent in Baden-Württemberg stünden lediglich 33 Prozent im Bundesdurchschnitt gegenüber (Statistisches Landesamt 2009).
 
Land fördert Vernetzung zwischen Wirtschaft und Wissenschaft
 
„Wissen und Kreativität werden in Baden-Württemberg bereits heute effektiver in innovative Geschäftsideen und neue Arbeitsplätze überführt als in anderen Regionen“, sagten Oettinger und Pfister. Die Landesregierung werde ihre Politik systematischer Clusterbildung und Vernetzung zwischen Wirtschaft und Wissenschaft daher fortsetzen. Klaus Haasis betonte hierzu: „Von der kreativen Geschäftsidee bis zum erfolgreichen Marktstart unterstützt das Land Jahr für Jahr Dutzende kreative Start-ups. Auch durch diese gezielte Förderung ist die Medien- und IT-Szene in unserem Land so erfolgreich geworden.“
 
Creativity World Forum: Neue Chancen für Wertschöpfung und Innovation
 
„Die Entwicklung zur digitalen Wissensökonomie beschleunigt sich“, erklärte Minister Pfister. „Baden-Württemberg hat sich mit der Zusammenarbeit im Internationalen Netzwerk „Districts of Creativity“ an die Spitze dieser Entwicklung gesetzt und sich damit großes Wachstumspotenzial erschlossen.“ Oettinger und Pfister betonten, dass das Creativity World Forum in diesem Zusammenhang helfe, neuartige Wertschöpfungschancen durch Vernetzung der Kreativwirtschaft mit den Auftraggeber- und Anwenderbranchen schneller zu erschließen. Damit lege die Veranstaltung den Grundstein zu weiterer wirtschaftlicher Dynamik. Sie sei nicht zuletzt vor diesem Hintergrund ein gelungener Abschluss des Europäischen Jahres der Kreativität und Innovation.
 

 

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